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Autor Thema: Drosche zu Emor „Das Leben ist wie …“  (Gelesen 57 mal)
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Sauerstoff
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Volvo 944


« am: April 28, 2010, 19:36:55 »

Paraschat Emor

3. B.M. 21,1 – 24,23


Kennen Sie die Sprüche, die beginnen mit den Worten „Das Leben ist wie …“

Keine Angst, ich will kein Quiz veranstalten. Meine heutige Drascha überschreibe ich mit den Sätzen: „Das Leben ist wie eine Ansichtskarte“ und „Ich wollte zögern, aber ich konnte mich nie dazu entscheiden."

Letzterer Satz ist seltsam, nicht wahr?

Einerlei, ob Sie diesen Satz nun für klug, witzig oder dumm halten, er ist ziemlich ernüchternd. Wie viele Menschen können behaupten, dass sie wichtige Entscheidungen nicht aufschieben? Werden Sie nicht neidisch, wenn Sie Menschen begegnen, die immer pünktlich und auf alles vorbereitet sind? Machen diese Leute Sie nicht auch irgendwie wütend ... auf sich selbst? Ich weiß aus Erfahrung, dass ich mich um wichtige Dinge sofort kümmern muss; andernfalls traue ich mir nicht zu, sie anzupacken. Ich weiß, dass ich von einem Kurs über gute Zeiteinteilung pro¬fitieren würde. Einmal schrieb ich mich sogar für einen solchen Kurs ein; aber ich ging nie hin. Keine Zeit. Es gibt so viele neue Ideen und Pläne, mit denen ich mich gerne befassen würde. Ich würde gerne mehr Torah lernen, meine Kenntnisse erweitern, vielleicht sogar den Sohar studieren, den man ja bekanntlich erst mit etwas Reife studieren darf. Ja, ich weiß, dass ich diese schönen Dinge auch mit mehr Disziplin verwirklichen könnte.
Vielleicht überrascht es Sie zu erfahren, dass gute Zeiteinteilung nicht nur im Beruf wichtig ist, sondern auch in der Religion. Die Parascha dieser Woche beschreibt die jüdischen Feiertage genau. Unter anderem lesen wir vom Omerzählen in den 49 Tagen zwischen Pessach und Schawuot. So wie die Israeliten die Tage nach dem Exodus zählten und sich auf die Übergabe der Torah freuten, zählen auch wir jedes Jahr diese Tage. Aber warum? Die Zeit vergeht, einerlei, ob wir es merken oder nicht. Welchen Wert hat also das Zählen? Nun, wie zählen diese 49 Tage, damit wir daran denken, wie kostbar jeder Tag, jede Stunde und jeder Augenblick ist.

Ich las dazu eine klassische Analogie von Rabbiner Israel Meir Kagan, der auch Chafez Chaim genannt wird, er lebte von 1838-1933. Rabbiner Meir Kagan sagte: „Das Leben ist eine Ansichtskarte.“

Haben Sie schon einmal einem Freund eine Ansichtskarte aus dem Urlaub geschickt? Sie beginnen mit großer Schrift, dann fällt Ihnen etwas Neues ein, und schon sind Sie am Ende der Karte und haben keinen Platz mehr. Was tun? Sie fangen kleiner an, und wenn der Platz nicht reicht, krit¬zeln Sie am Rand der Karte entlang. Zum Schluss drehen Sie die Karte um und schreiben die letzten wichtigen Worte auf die Rückseite.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Ist das Leben nicht auch so? Wir beginnen jung und rücksichtslos, und wenn wir älter werden, merken wir, wie kurz doch das Leben ist. Also versuchen wir, alle wichtigen Dinge zu erledigen, zu denen wir nie gekommen sind. Manchmal sind unsere Bemühungen regelrecht verzweifelt. Wir wollen unserem Leben Sinn verleihen, ehe es zu spät ist. Vielleicht ist das der Grund für die Midlife Crisis und das Burnt-Out-Syndrom.

Aber die Torah weiß schon genau, warum sie will, dass wir unsere Tage zählen — weil sie tatsächlich „gezählt sind“. Jedem Menschen wird eine bestimmte Zahl von Tagen und Jahren zugestanden, in denen er tun muss, wofür er geschaffen wurde. Wenn wir die Zeit zählen, und damit erfüllen wir auch eine Mitzwa, wissen wir sie hoffentlich besser zu schätzen und lernen, dass wir im Leben die Aufgabe haben, G´ttes Mitzwot zu halten, um in Ihnen, in Ihrer Seele, eine Wohnung für G´tt zu bauen, um als Vorbild für Ihre Mitmenschen zu wirken.

Was immer Sie im Leben tun müssen, möge G´tt Ihnen helfen, damit Sie die Zeit haben, „dazu zu kommen“.

Schabbat Schalom!
Gespeichert

Nie und nimmer verhandele mit Terroristen. Bring sie zur Strecke und, noch wichtiger, bestrafe gnadenlos jene Staaten und Gruppen, die sie finanzieren, bewaffnen, unterstützen oder es ihnen einfach erlauben, sich straffrei bei ihnen aufzuhalten.
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